Ein besonderer Typ des objektiven (somatischen) Tinnitus ist der pulssynchrone, auch pulsatile Tinnitus: Hier sind die pulsierenden Ohrgeräusche im gleichen Rhythmus wie der Herzschlag spürbar4.
Tinnitus-Arten – ein Überblick
Wenn es im Ohr ständig pfeift, rauscht oder brummt, handelt es sich um Tinnitus (aurium). Dabei gibt es verschiedene Arten. Hier erfährst du, was hinter den einzelnen Tinnitus-Arten steckt und was sie unterscheidet.
Wie klingt ein Tinnitus und welche Arten werden unterschieden?
Tinnitus – lateinisch Tinnitus aurium für „Klingeln der Ohren“ – kann sich bei Betroffenen ganz verschieden anhören, zum Beispiel:
- hochfrequentes Pfeifen
- gleichmäßiges Rauschen
- tiefe, brummende Klänge
Folgende Tabelle gibt dir einen Überblick über die verschiedenen Tinnitus-Arten1,2:
| Tinnitus-Arten | Beschreibung |
|---|---|
| subjektiver Tinnitus | Nur die betroffene Person nimmt die Ohrgeräusche wahr. |
| objektiver Tinnitus | Auch andere Personen können die Geräusche von Betroffenen hören, z. B. mit einem Stethoskop. |
| akuter Tinnitus | Die Ohrgeräusche treten plötzlich auf und bestehen weniger als 3 Monate. |
| chronischer Tinnitus | Die Ohrgeräusche dauern seit mehr als 3 Monaten an und können dauerhaft bestehen bleiben. |
| kompensierter Tinnitus | Die Ohrgeräusche sind zwar da, werden aber kaum als belastend empfunden. |
| dekompensierter Tinnitus | Die Ohrgeräusche verursachen starken Leidensdruck und beeinträchtigen das tägliche Leben deutlich (Tinnitus-Störung). |
Was ist ein subjektiver Tinnitus?
Ein subjektiver Tinnitus ist die häufigste Form von Ohrgeräuschen. Es handelt sich dabei um Töne, die nur du selbst wahrnimmst1.
Dieses Pfeifen, Rauschen oder Brummen können andere nicht hören.
Eine häufige Ursache für einen subjektiven Tinnitus ist Stress3.
Stress als Ursache von Tinnitus
Weil der Tinnitus selbst auch Stress auslösen kann, entsteht schnell ein Teufelskreis. Deshalb ist es wichtig, Stress im Alltag zu reduzieren.
Wie das gelingt, zeigt dir die Kalmeda Tinnitus-App. Kalmeda ist eine kognitive Verhaltenstherapie und kombiniert diese gezielt mit Übungen zur Achtsamkeit und Entspannung. So entwickelst du Schritt für Schritt neue Denk- und Verhaltensmuster im Umgang mit den Ohrgeräuschen – und stärkst dabei deine innere Ruhe und Selbstwirksamkeit.
Was ist ein objektiver Tinnitus?
Ein objektiver Tinnitus ist eine seltene Form von Ohrgeräuschen. Meist entsteht er durch körpereigene Geräusche, wie zum Beispiel Blutfluss oder Muskelzuckungen2. Daher wird er auch als somatischer (körperlicher) Tinnitus bezeichnet.
Die Ohrgeräusche können daher auch von anderen Personen hörbar sein (etwa von einem behandelnden Arzt oder von einer behandelnden Ärztin) – zum Beispiel als pulsierendes Rauschen oder Pochen im Ohr.
Oft lässt sich die Ursache eines objektiven Tinnitus ärztlich gut erkennen und gezielt behandeln.
Was ist ein chronischer Tinnitus?
Ein chronischer Tinnitus hält länger als 3 Monate an und kann sowohl dauerhaft als auch unterbrochen wahrgenommen werden1.
Auch wenn die Geräusche belastend sind, sind sie in den meisten Fällen nicht gefährlich.
Wichtig ist, Therapiemöglichkeiten zu kennen, die dir helfen, den Tinnitus im Alltag besser zu bewältigen. Die Therapie, die in den medizinischen Richtlinien (Leitlinien) empfohlen wird und am besten belegt ist, ist die kognitive Verhaltenstherapie5. Mehr dazu findest du hier:
Was ist ein dekompensierter Tinnitus?
Beim dekompensierten Tinnitus sind die Ohrgeräusche stark belastend. Du empfindest Stress, Schlafprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten2. Das Pfeifen, Rauschen oder Brummen rückt in den Vordergrund und schränkt dein tägliches Leben immens ein.
In diesem Fall spricht man auch von einer sogenannten Tinnitus-Störung: Die Ohrgeräusche sind dann nicht mehr nur ein Symptom, sondern sie werden zu einer eigenständigen Belastung.
Die Grenzen zwischen einem kompensierten und einem dekompensierten Tinnitus sind fließend – viele Betroffene erleben Phasen, in denen die Belastung stärker oder schwächer ist.
Wenn dich die Ohrgeräusche über längere Zeit stark beeinträchtigen, ist ärztliche Unterstützung besonders wichtig.
FAQs: Häufig gestellte Fragen zu Tinnitus-Arten
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Ja, ein Tinnitus durch eine Belüftungsstörung im Ohr ist möglich6. Wird die Belüftung der Ohrtrompete gestört, können Druckveränderungen im Mittelohr entstehen, die Ohrgeräusche wie Tinnitus begünstigen.
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In manchen Fällen können Muskelverspannungen und Fehlhaltungen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) Begleit- oder Verstärkungsfaktoren für die Wahrnehmung von Ohrgeräuschen sein5.
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Die Ursachen von pulssynchronem Tinnitus liegen meist in einer Durchblutungsstörung nahe dem Ohr, etwa durch verengte Gefäße4.
- „Tinnitus - Definition & Einteilung“. Hno-aerzte-im-netz.de. Zugegriffen 17. Oktober 2025.
- „Tinnitus - Einteilung der Schweregrade“. Hno-aerzte-im-netz.de. Zugegriffen 17. Oktober 2025.
- Mazurek, Birgit, u. a. „Association between Stress and Tinnitus-New Aspects“. Otology & Neurotology, Bd. 40, Nr. 4, 2019, S. e467–e473
- „Wenn der Puls im Ohr rauscht – Pulssynchroner Tinnitus: Ernst nehmen, gezielt behandeln“. Drg.de. Zugegriffen 17. Oktober 2025.
- „S3-Leitlinie Chronischer Tinnitus“. Awmf.org. Zugegriffen 17. Oktober 2025.
- „Tinnitus“. USZ. Zugegriffen 17. Oktober 2025.