Die Ursachen von Tinnitus

Du sitzt in einem stillen Raum – und hörst trotzdem ein Pfeifen, Rauschen oder Summen? Genau das erleben Menschen mit Tinnitus: Geräusche im Ohr, ohne dass eine äußere Quelle vorhanden ist. Wichtig zu wissen: Tinnitus ist kein einheitliches Krankheitsbild und ebenso vielfältig sind die Ursachen — hier liest du mehr darüber.

Von Tinnitus betroffener Mann hält Hand ans Ohr: Woher kommen die Ohrgeräusche?
KleverLevel – stock.adobe.com

Auf einen Blick: Die häufigsten Ursachen von Tinnitus1

  • Hörschäden, z. B. durch Lärm oder Hörsturz
  • Durchblutungsstörungen im Innenohr
  • Stress und psychische Belastungen
  • Kiefer- oder Halswirbelsäulenprobleme
  • Medikamente (z. B. bestimmte Schmerzmedikamente oder Antibiotika)

Zwei grundlegende Arten von Tinnitus

Welche Ursachen führen zu welcher Tinnitus-Art?

  1. Subjektiver Tinnitus (gestörte Filterfunktion): 

    • Hörstörungen und Innenohrschäden
    • Stress und psychische Belastungen
    • Kiefer- und Halswirbelsäulenprobleme (meist subjektiv)
    • Viele Medikamente

    → Hier setzt die Kalmeda-Therapie an: durch Veränderung der Bewertung

  2. Objektiver Tinnitus (echte Schallquelle):

    • Pulssynchroner Tinnitus durch Gefäßveränderungen
    • Gefäßmissbildungen
    • Muskelzuckungen

    → Hier ist ggf. eine andere Behandlung nötig 

    Hinweis: Durchblutungsstörungen können beides sein – je nachdem, ob die Strömungsgeräusche selbst gehört werden (objektiv) oder ob die Minderdurchblutung Haarzellen schädigt (subjektiv).

  3. Mechanische Störungen: 

    • Ohrenschmalz
    • Mittelohrentzündung

    → Meist vorübergehend, verschwindet nach Behandlung

FAQs zu den Tinnitus-Ursachen

  • Was ist subjektiver Tinnitus?
    Subjektiver Tinnitus ist die häufigste Form. Nur du selbst hörst die Geräusche. Diese lassen sich von außen nicht messen1.
  • Welche Ursachen hat subjektiver Tinnitus?
    Häufig stecken dahinter eine Hörstörung, Kiefer- oder Halswirbelprobleme sowie Medikamente, Stoffwechselerkrankungen oder eine Durchblutungsstörung. Auch Stress und psychische Belastungen können die Ohrgeräusche auslösen oder verstärken1.
  • Was ist objektiver Tinnitus?
    Objektiver Tinnitus ist selten und kann häufig sogar von deinem Arzt oder deiner Ärztin gemessen oder gehört werden1.
  • Welche Ursachen hat objektiver Tinnitus?
    Häufig liegt eine Durchblutungsstörung im Bereich des Innenohrs oder der Blutgefäße vor. Auch Muskelzuckungen im Mittelohr oder Gaumen können Ohrengeräusche verursachen. In einzelnen Fällen sind Gefäßmissbildungen die Ursache1.

Hörstörungen und Innenohrschäden

Hörstörungen sind einer der häufigsten Gründe für Tinnitus. Sie können durch Lärm, Alterungsprozesse oder bestimmte Erkrankungen entstehen.

Woher kommt Tinnitus?

Die feinen Haarzellen im Innenohr leiten Reize an das Gehirn weiter. Dort entscheidet die Hörverarbeitung, ob ein Geräusch wichtig oder unwichtig ist. Kommt es zu fehlerhaften Reizweiterleitungen z. B. durch Hörverlust oder ein Knalltrauma, ist diese Filterfunktion zunehmend gestört und es kann ein Tinnitus entstehen2.

So können Hörstörungen deinen Tinnitus auslösen:

  • Lärmschäden: Dauerhafte Lärmbelastung — etwa durch laute Musik oder Maschinen – schädigt die feinen Haarzellen im Innenohr. Die Folge können Ohrgeräusche sein.
  • altersbedingter Hörverlust: Mit den Jahren bauen sich Sinneszellen im Innenohr ab. Das führt nicht nur zu Hörproblemen, sondern begünstigt auch Tinnitus3. Zudem kann es im Alter zusätzlich zu Durchblutungsstörungen im Innenohr kommen.
  • Hörsturz: Ein plötzlicher, meist einseitiger Hörverlust tritt oft gemeinsam mit Ohrgeräuschen auf4.
  • Morbus Menière: Diese Erkrankung des Innenohrs geht typischerweise mit Schwindel, Hörverlust und Tinnitus einher5.
  • Otosklerose: Verknöcherungen im Mittelohr behindern die Schallleitung und können Ohrengeräusche verursachen6.
     
Dieses Video wird automatisch abgespielt und ist standardmäßig stumm geschaltet. Verwenden Sie die Steuerelemente um das Video zu pausieren.

Die Kalmeda Tinnitus-App: Effektive Hilfe auf Rezept

Kalmeda ist die einzige mobile kognitive Verhaltenstherapie bei Tinnitus. Durch sie lernst du, selbstbestimmt mit deinem Tinnitus umzugehen und so mehr Ruhe in deinen Alltag zu bringen.

So funktioniert Kalmeda

Durchblutungs­störungen

Auch eine gestörte Durchblutung kann zu einem Tinnitus führen. Wird dein Innenohr nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt, reagieren die empfindlichen Sinneszellen sehr sensibel. Das Ergebnis sind Ohrgeräusche, die oft plötzlich auftreten und anhalten.

Der pulssynchrone Tinnitus

Besonders auffällig ist der sogenannte pulssynchrone Tinnitus. Dabei hörst du ein Rauschen oder Klopfen, das im gleichen Rhythmus wie dein Herzschlag klingt. Dahinter stecken Veränderungen an den Blutgefäßen, etwa Verengungen, Gefäßmissbildungen oder in seltenen Fällen auch ein Aneurysma7.

Frau mit Hand am Ohr: Pulsierende Wellen symbolisieren Durchblutungsstörungen als Tinnitus-Ursache.
Creator – stock.adobe.com

Probleme im Mittel- und Außenohr

Manchmal sind es ganz einfache Dinge, die Tinnitus auslösen. Ein Ohrenschmalzpfropfen blockiert den Gehörgang – und plötzlich ist ein Rauschen oder Pfeifen da8.

Auch Ohrerkrankungen wie eine Mittelohrentzündung oder ein Paukenerguss führen oft zu Ohrgeräuschen, weil sich Flüssigkeit hinter dem Trommelfell sammelt9.

Und nicht zuletzt machen sich auch Druckunterschiede bemerkbar. Viele kennen das Gefühl beim Starten im Flugzeug oder beim Tauchen: Das Ohr fühlt sich verschlossen an – und manchmal kommen auch störende Geräusche hinzu10.

Kiefer und Halswirbelsäule

Der Bewegungsapparat — also zum Beispiel das Kiefergelenk oder die Halswirbelsäule —  kann Tinnitus beeinflussen:

  • Ursache Kiefergelenk (CMD): Wenn das Kiefergelenk fehlbelastet ist oder die Muskeln dort ständig angespannt sind, können Ohrgeräusche entstehen11. Manche Betroffene bemerken, dass ihr Tinnitus stärker wird, wenn sie den Kiefer anspannen oder die Zähne fest zusammenbeißen.
  • Ursache Halswirbelsäule: Verspannte Muskeln, Fehlhaltungen oder Blockaden im Nackenbereich können Nerven und die Durchblutung beeinflussen. Das kann Ohrgeräusche hervorrufen oder bestehende Töne lauter werden lassen12

Stress und Psyche

Ein voller Terminkalender, ständige Erreichbarkeit, kaum Ruhepausen – Stress kann auch in deinen Ohren hörbar werden. Kein Wunder also, dass Stress zu den wichtigsten Faktoren beim Tinnitus gehört13.

Vielleicht kennst du das: In belastenden Lebensphasen reagierst du empfindlicher auf innere und äußere Reize. Manchmal führt das zu Ohrgeräuschen oder dazu, dass ein bestehender Tinnitus als lauter empfunden wird.

Schon gewusst?

Auch deine Psyche hat Einfluss. Angst oder Depressionen können den Tinnitus verstärken14. Wer stark auf die Ohrgeräusche achtet, empfindet sie als besonders störend. So entsteht ein Kreislauf, der den Tinnitus immer präsenter macht.

Der Teufelskreis des Tinnitus

Tinnitus kann sich verselbstständigen. Geräusche werden als wichtig eingestuft, die Aufmerksamkeit steigt – und damit auch die Belastung. Stress, Ängste oder Schlafprobleme verstärken diesen Kreislauf zusätzlich. Und genau dieser Stress lässt den Tinnitus wiederum lauter und präsenter erscheinen.

Schon gewusst?

Nicht das Geräusch selbst ist das Problem, sondern wie das Gehirn es bewertet. Genau hier setzen psychologische Methoden wie die kognitive Verhaltenstherapie an.

Die Kalmeda Tinnitus-App wurde von HNO-Ärzten und Psychologen entwickelt und ist als digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) zugelassen. 

Sie unterstützt dich dabei, besser mit deinem Tinnitus umzugehen – klinische Studien belegen die Wirksamkeit.
 

In 4 Schritten zur Tinnitus-Therapie:

  1. Vereinbare einen Termin bei deinem Arzt oder deiner Psychotherapeutin vor Ort und erhalte ein Rezept für eine 90-tägige Tinnitus-Therapie mit der Kalmeda App. Alternativ bekommst du ein Rezept oder einen Diagnosenachweis per Videosprechstunde. Zum Beispiel bei TeleClinic.

    Zur Arztsuche

    Zur Videosprechstunde

  2. Schicke dein Rezept oder deinen Diagnosenachweis als Scan oder Foto per Mail an deine gesetzliche Krankenversicherung. Von ihr erhältst du einen Freischaltcode. Auch viele private Krankenkassen unterstützen Kalmeda. Frag einfach mal nach.

  3. Lade Kalmeda im Appstore oder Playstore, gib den Freischaltcode am Ende von Kalmeda Start ein und beginne mit deiner Tinnitus-Therapie.

  4. Die Kalmeda Tinnitus-Therapie sollte innerhalb von 9 - 12 Monaten absolviert werden. Ein Freischaltcode gilt für 90 Tage. Vereinbare daher rechtzeitig einen Termin für dein Folgerezept. Du kannst dir Kalmeda insgesamt viermal, also ein ganzes Jahr lang verschreiben lassen.

Seltene Ursachen

Können Medikamente Tinnitus auslösen?

Bestimmte Medikamente können Ohrgeräusche hervorrufen oder verstärken. Fachleute sprechen hier von ototoxischen Substanzen, weil sie schädlich für das Gehör sind.

Dazu gehören1:

  • einige Antibiotika
  • bestimmte Chemotherapeutika
  • hochdosierte Schmerzmittel
  • Medikamente zur Entwässerung (Diuretika)
  • das Malariamittel Chinin

Nicht jeder reagiert darauf, doch bei empfindlichen Personen kann die Einnahme solcher Medikamente Tinnitus begünstigen.

Welche seltenen Ursachen können Tinnitus auslösen?

Selten, aber möglich: Auch andere Faktoren können hinter deinem Tinnitus stecken1:

  • Bluthochdruck
  • übermäßiger Alkohol- oder Nikotinkonsum
  • Stoffwechselstörungen, etwa Diabetes oder eine Schilddrüsenerkrankung
  • Kopfverletzungen oder ein Schädel-Hirn-Trauma
  • neurologische Erkrankungen wie ein Akustikusneurinom oder Multiple Sklerose
     

Chronische Ohrgeräusche – warum Tinnitus bleibt

Monate sind vergangen, doch die Ohrgeräusche bleiben bestehen. Obwohl keine äußere Ursache mehr vorhanden ist, hörst du das Pfeifen oder Rauschen weiterhin15.

Entscheidend ist die Hörverarbeitung: Sie entscheidet, ob ein Geräusch wichtig ist. Ist diese Filterfunktion gestört, wird der Tinnitus weitergeleitet und bewusst wahrgenommen – auch wenn die ursprüngliche Ursache längst weg ist16. Deshalb setzen Therapien darauf, die Bewertung des Geräuschs zu verändern, sodass es in den Hintergrund rückt.

Wichtig ist auch deine Aufmerksamkeit. Je mehr du dich auf das Geräusch konzentrierst, desto lauter wirkt es. Stress verstärkt diesen Effekt zusätzlich.

  1. Ursachen & Risikofaktoren » Tinnitus » Krankheiten » HNO-Ärzte-im-Netz »“. Hno-aerzte-im-netz.de. Zugegriffen 19. August 2025
  2. Gehörschäden“. Umweltbundesamt, 12. Juli 2011. Zugegriffen 19. August 2025.
  3. Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis)“. Hno-aerzte-im-netz.de. Zugegriffen 19. August 2025.
  4. Was ist ein Hörsturz?“ Hno-aerzte-im-netz.de. Zugegriffen 19. August 2025.
  5. Morbus Menière » Schwindel » Krankheiten » HNO-Ärzte-im-Netz »“. Hno-aerzte-im-netz.de. Zugegriffen 19. August 2025.
  6. Hesse, Gerhard. „532-533 10.1055/a-0898-8662 Hesse Gerhard G ger Journal Article Prävalenz und Schwere eines Tinnitus bei Otosklerose. 2019 08 06“. Laryngo- rhino- otologie, Bd. 98, Nr. 8, 2019, S. 532–533.
  7. Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie. „Wenn der Puls im Ohr rauscht – Pulssynchroner Tinnitus: Ernst nehmen, gezielt behandeln“. Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie. Zugegriffen 19. August 2025.
  8. Was hilft, wenn sich Ohrenschmalz ansammelt?“ gesundheitsinformation.de. Zugegriffen 19. August 2025.
  9. Georg Thieme Verlag KG. „Tinnitus“. Thieme Natürlich Medizin!, Georg Thieme Verlag KG, 14. November 2023.
  10. Ständiger Ohrdruck? Gestörten Druckausgleich vom HNO-Arzt abklären lassen“. Hno-aerzte-im-netz.de. Zugegriffen 19. August 2025.
  11. Tinnitus aufgrund von Störungen im Kiefergelenk“. Gzfa.de, 8. November 2007.
  12. Tinnitus aufgrund von Störungen der Halswirbelsäule“. Gzfa.de, 8. November 2007.
  13. Gupta, Pankaj, u. a. „Psychological evaluation of patients referred with diagnosis of psychogenic tinnitus to psychiatry out“. Ijrrjournal.com. Zugegriffen 19. August 2025.
  14. Schumacher, Beate. „Angststörung und Depression als Verstärker“. Aerztezeitung.de, 28. November 2016.
  15. Cima, R. F. F., u. a. „A Multidisciplinary European Guideline for Tinnitus: Diagnostics, Assessment, and Treatment“. HNO, Bd. 67, Nr. Suppl 1, 2019, S. 10–42.
  16. Schuster, Nicole. „Quälgeist im Ohr“. Pharmazeutische Zeitung online, 2. Dezember 2021.